Übung: Rettung nach Verkehrsunfall

Mit der Staatsstraße 2015 und der MN 10 gehören auch viel befahrende Ortsverbindungsstraßen zu unserem Ausrückebereich. Im Fokus unserer Montagsausbildung stand daher diesmal das Thema „Retten nach Verkehrsunfall“.

„Übungseinsatz für die Freiwillige Feuerwehr Irsingen, gemeldeter Verkehrsunfall, auslaufende Betriebsstoffe“. Mit dieser „Einsatzmeldung“ rückten wir am Montag gemeinsam zu unserem Ausbildungsabend aus. Vor Ort fanden wir einen PKW vor – welcher, so die Übungsannahme, im Bereich des Motors brannte – im Fahrzeug befand sich offensichtlich noch eine bewusstlose Person.

Mit begrenzten Mitteln maximal erfolgreich

Während ein Trupp mit unserem Hochdrucklöschgerät die Brandbekämpfung am Fahrzeugmotor übernahm, betreuten zwei weitere Kameraden den „bewusstlosen“ Fahrzeuginsassen und retteten den Patienten aus dem „qualmenden“ PKW. Zeitgleich forderte der Melder über die „Übungsleitstelle“ weitere Kräfte zur Einsatzstelle nach. Im Anschluss erfolgte die Nachbesprechung, bei welcher wir noch mal die Möglichkeiten einer „kleinen Wehr“ in Augenschein nahmen. Dabei stellten sich auch Fragen, wie wir beispielsweise ohne Wassertank (auf unserem LF haben wir lediglich 100 Liter Wasser im Hochdrucklöschgerät), schnell und effektiv einen Entstehungsbrand ablöschen können, bzw. wie mit Hohlstrahlrohr und Pulverlöscher ein doppelter Löscherfolg realisiert werden kann (Ersticken und Abkühlen). Auch die Absicherung gegen Wegrollen spielt bei Fahrzeugbränden eine wichtige Rolle, wir setzten dieses mit Fahrzeugkeilen um. Weiterhin stand natürlich auch die Rettung des Verletzten im Fokus. Im Übungsbeispiel stand das Fahrzeug in Brand, der Insasse war nicht ansprechbar und tief bewusstlos (keine Vitalfunktionen feststellbar). Aufgrund der akuten Gefahr durch die „Flammen“ entschieden wir uns zur Crash-Rettung des Patienten. Außerhalb des Fahrzeuges erfolgten dann Wiederbelebungsmaßnahmen bis zum Eintreffen des „Übungsrettungsdienstes“. Wäre der Insasse eingeklemmt gewesen bzw. hätte sich der „Brand“ ablöschen lassen, wäre unsere Aufgabe, neben des Unterbauens für die technische Rettung durch unsere Nachbarwehr, auch das sogenannte Glasmanagement gewesen, dass Unfallfahrzeug soweit vorzubereiten, dass die Spezialkräfte sofort mit schwerem Gerät weiterarbeiten können.

Einsätze können Überraschungen bereithalten

Im Fokus dieser Übung stand vor allem der dynamische Effekt eines Einsatzes. Die Erstmeldung muss nicht immer richtig sein und kann dramatisch von der tatsächlichen Lage abweichen. In unserem Beispiel wurde beim „Ausrücken“ von einem kleineren Unfall ausgegangen, „wo ein paar Sack Ölbindemittel reichen“. Vor Ort stellte sich die Lage dann ganz anders da, ein Fahrzeug qualmte eine Person war offensichtlich bewusstlos im Fahrzeug. Einfach nur „abwarten“ und auf die anderen Wehren warten geht in solchem Fall nicht – hier kann die erst eintreffende Feuerwehr bereits viel Vorbereitungsarbeit leisten um schnellstmöglich den Patienten zu retten. Wie wichtig dabei auch die persönliche Betreuung ist, unterstrich der Übungsleiter noch mal besonders: „Wir sprechen mit unserem Patienten und erklären was wir machen, wir lassen den Patienten nach dem ersten Ansprechen nicht mehr alleine!“.

Zweite Übung in Industriegebiet

Als zweites Übungsobjekt wählten wir am Montag ein Industriegelände im Unterfeld. Hierbei ging es um das schnelle und möglichst fehlerfreie Aufbauen der Löschgruppe. Doch auch hier hatte sich unser Gruppenführer etwas – gemeines – einfallen lassen. Während vorne fleißig aus zwei Rohren gelöscht wurde, hieß es auf ein mal „Gefahr! Alle sofort zurück!“ Im Ernstfall heißt es jetzt schnellstmöglich die Arbeit einstellen und zurück zum Fahrzeug und dort sammeln. Nach einer Abschlussbesprechung fuhren wir nach diesem durchaus aufregenden Abend zurück in die Wache und stellten die Einsatzbereitschaft wieder her.

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