Jugend: Ausbildung mit Hund(en)

Die ruhige Zeit zwischen den Jahren nutzen wir gemeinsam mit den Jugendfeuerwehren aus Wiedergeltingen, Türkheim und den Rettungshunden für eine große Übung in einem Bad Wörishofer Abbruchhaus.

Am letzten Samstag des Jahres 2018 trafen sich unser Nachwuchs und Ausbilder mit den Rettungshundestaffeln aus Augsburg und Donau-Iller. Unser Ziel war es zum einen den Ablauf des Einsatzes von Rettungshunden zu verstehen und zu unterstützen, sowie das Vorgehen bei Zimmerbränden zu üben. Ein weiterer besonderer Übungsschwerpunkt galt dem gewaltsamen und gewaltlosen öffnen von Türen. Hierzu nutzen wir verschiedenste Hilfmittel vom Löschgruppenfahrzeug. Neben dem bekannten Halligan-Tool kam dabei auch die Feuerwehraxt zum Einsatz

Eindrucksvolle Leistung der vierbeinigen Helfer

Beeindruckend war selbstverständlich die Arbeit der Fellnasen. Mit einer unglaublichen Geschwindigkeit durchsuchten die Rettungshunde das komplette Gebäude (ein altes Brauereihotel mit zahlreichen Stockwerken und Kellergeschossen) nach „verschütteten“ Personen. Neben unserer Feuerwehrausbildung nutzten die Hundeführer dieses besondere Objekt auch für die Ausbildung der schnellen Schnüffelnasen.

Flash-Over und vorgehen bei einem Zimmerbrand

Auch wenn unsere jugendlichen Nachwuchskräfte natürlich noch keine schweren Atemschutzgeräte auf dem Rücken trugen, ging es bei der Stationsausbildung auch um das richtige Vorgehen bei Wohnungs- und Zimmerbranden. So mussten die Jugendlichen die Türen öffnen, „Rauchbewegungen“ und Flammen beobachten (theoretisch) sowie anschließend die Räume nach Personen durchsuchen. Dabei wurde auch die Selbstrettung bei einem Flash-Over geübt, also dem Fall, bei welchem sich die heißen Brandgase über den Köpfen der Einsatzkräfte entzünden und explosionsartig nach draußen schlagen. Hierzu setzten die Jugendlichen das gelernte richtig ein und „retteten“ sich und ihre Kameraden aus der Gefahrensituation.

Tür nicht gleich Tür

Interessant war auch das Thema gewaltsame Türöffnung. Während bei den meisten Einsätzen eher der langsame und schadensmindernde Vorgang mit sogenannten „Zieh-Fix“ Gerätschaften angewendet wird, bei dem mit dem Spezialwerkzeug der Zylinder einer Türe gezogen wird, ging es am Samstag um den sinnvollen Einsatz von Gewalt um möglichst schnell in einen Raum zu kommen. Dazu setzten die Ausbilder unter anderem das Haligan-Tool ein. Bei diesem Tool werden Brecheisen und Feuerwehraxt in einem Werkzeug vereint. Bei richtigem Einsatz ist ein schnelles und trotz Gewalteinwirkung vergleichsweise schadfreier Zugang zu einem Raum möglich. Die richtige Anwendung wurde von den Ausbildern gezeigt und konnte von den Jugendlichen direkt in der Praxis angewendet werden. Das auch die klassische Feuerwehraxt ein adäquates Mittel für einen schnelle Zugang ist, zeigte die zweite Ausbildungsstation. Hier wurde mit Hilfe der Feuerwehraxt ebenfalls die Türe aufgebrochen. Auch die Schaffung einer „Löschöffnung“ durch das Türblatt wurde gezeigt.

Nach gut drei Stunden intensiven Übens konnten die Jugendlichen mit vielen neuen Eindrücken und Erfahrungen in das wohlverdiente Wochenende starten. Auch die Fellnasen der Rettungshundestaffel machten sich nach der Übung auf den Heimweg.

Auf diesem Wege bedanken wir uns zum einen bei den Rettungshundestaffeln für den spannenden Einblick in die Arbeit sowie im Besonderen bei der Fa. Glass für die Nutzung des Abbruchgebäudes für unsere Übung.

Fotos (© Schreiegg / Rizer)