Irsinger Kameraden bei Fachvortrag in Bad Wörishofen

Am Samstag fand bereits zum dritten mal ein Fachvortrag des Kreisfeuerwehrverbandes Unterallgäu statt. Diesmal waren die Themen Belüftung von Gebäuden sowie Atemschutz. Zum ersten mal nahm auch eine Abordnung von drei Irsinger Kameraden am Fachvortrag statt – nicht ganz uneigennützig.

Aufmerksam verfolgten auch Irsinger Kameraden die Vorträge der Referenten.

Unter dem Motto „Sicherheit im Atemschutzeinsatz“ referierten drei hochkarätige Fachmänner aus dem Feuerwehrwesen im Kurtheater Bad Wörishofen. Im ersten Vortrag referierte Hubert Prechtel von der Berufsfeuerwehr Augsburg rund um das Thema Belüftung. Dabei zeigte er die richtige Anwendungsweise von Belüftungsgeräten und besprach Einsatzszenarien aus Augsburg. Auch die Feuerwehr Irsingen hat einen kleinen Überdrucklüfter, daher war für unsere Kameraden dieser Vortrag mit sehr vielen Praxistipps besonders wertvoll.

Direkt nach Prechtel wurde es anspruchsvoll. Referent Marcus Rauch von der Berufsfeuerwehr Köln zeigte anhand eines Einsatzes bei einem Tiefgaragenbrand, wie schnell aus einem Standarteinsatz unter Atemschutz eine Situation entstehen kann, die im Kölner Fall auch zwei schwer verletzte Atemschutzgeräteträger zur Folge hatte. Hier war vor allem hervorzuheben, dass Rauch, welcher der Ständigen Unfallkommission (SUK) der Stadt Köln angehört und gemeinsam mit seinen Kollegen diesen Atemschutzunfall untersuchte, nicht nach „Schuldigen“ für den Zwischenfall suchte, sondern gemeinsam mit der SUK nach Lehren aus dem Vorfall suchte, um solche Unfälle zukünftig zu verhindern.

Um Atemschutzunfälle, leider auch um solche die tödlich endeten, ging es im letzten Vortrag von Lars Seeger von der Berufsfeuerwehr Hamburg, welcher als Referent der Webseite „atemschuetzunfaelle.eu“ besondere Unfälle und Situationen aufzeigte, um den Einsatzkräften unter Atemschutz und auch den Führungskräften zu zeigen, wie schwere Unfälle verhindert werden können.

Alles in allem war es für unsere Kameraden ein äußerst interessanter und lehrreicher Vormittag.

Atemschutz? Gibt es doch in der Irsinger Feuerwehr gar nicht!

Spannende Vorträge rund um den Atemschutzeinsatz.

Derzeit gibt es in der Freiwilligen Feuerwehr Irsingen keine Kameraden oder Kameradinnen in der „Spezialeinheit“ der Feuerwehr, den Atemschutzgeräteträgern. Im Einsatzfall unterstützen uns die Kameraden der Nachbarwehren Türkheim, Wiedergeltingen oder Bad Wörishofen mit entsprechenden Fachkräften. Aktuell gibt es jedoch Interesse und Bestrebungen innerhalb der Irsinger Wehr, das Thema Atemschutz auch bei uns anzugehen und idealerweise acht Kameraden / Kameradinnen zu Atemschutzgeräteträgern fortzubilden. Was einfach klingt ist jedoch ein langer Weg. Neben einer arbeitsmedizinischen Untersuchung, einem zwei-wöchigen Intensivlehrgang in Mindelheim oder Memmingen und mindestens einer Belastungs,- einer Einsatzübung und einer theoretischen Fortbildung (pro Jahr), muss natürlich auch die entsprechende Spezialausrüstung (Spezialkleidung, Atemschutzgeräte usw.) beschafft und beübt werden. Ob es in Zukunft auch in Irsingen heißt: „Angrifftrupp unter schwerem Atemschutz zur Brandbekämpfung vor!“ werden die nächsten Monate zeigen.